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Das Wappen

Wappen von Bingen-Büdesheim
Das Wappen ist geteilt. In der oberen Hälfte in Blau die Halbfigur des hl. Stephanus in Vorderansicht mit einem Palmzweig in der rechten Hand. Die Linke hält Steine. In der unteren Hälfte in Gold ein schräg-rechts gestelltes, grünes Wellenband, daneben je eine rote Lilie.

Wappen-Begründung:

Der Ort gehörte seit dem Mittelalter bis Ende des 18. Jahrhunderts zum Besitz des Stiftes St. Stefan in Mainz. Zur Ortsgeschichte vergl. Brilmayer "Rheinhessen", Rauch "Kunstdenkm. i. Kr. Bingen" und Joseph Trablé "Büdesheim am Scharlachberg. Eine Orts- und Zeitgeschichte", Bingen 1956. Der Ort kann heute als Stadtteil von Bingen amtlich kein eigenes Wappen führen, jedoch inoffiziell das wirkungsvolle Ortswappen auswerten, das hier ermalig richtig gedeutet und farbig dargestellt ist. Es ist gestaltet nach den alten Gerichtssiegeln, die im Staatsarchiv Darmstadt erhalten sind. (Gipsabdrücke im Stadtarchiv Mainz, Abb. Bei Rauch "Kunstdenkm. i. Kr. Bingen" und bei Otto Eöfele "Rechtsaltertümer Rheinhessens" Würzburg 1940). Ein älteres spätgotisches Gerichtssiegel zeigt in einem sternbesäten Siegelrund den hl. Stephanus knieend und betend, darunter ein Schild mit Schräg-Rechts-Fluss und zwei Lilien. Umschrift "S. Iudicii villae Buedeszheim". Das jüngere barocke Gerichtssiegel mit der Umschrift "Sigillum iudicii Villae Buedesheimensis" zeigt das oben beschriebene Wappenbild. Der hl. Stephanus weist auf das Stift St. Stephan als Ortsherr hin. Die beiden Lilien sind Symbole für die beiden Büdesheimer Kirchenpatrone, die Heiligen Aureus und Justina, die in Mainz durch Ertränken den Martyrertod fanden. Das Wellenbad versinnbildlicht das Wasser, durch das die beiden Heiligen ("Lilien") unschuldig den Tod fanden. Für die Farbgebung war keine historische Unterlage vorhanden.


Das Wappenschild

Auszug aus der Beschreibung des ältesten Büdesheimer Gerichtssiegels von Adam Strack und Heinz Jung

Wappenschild von Bingen-Büdesheim

Im unteren Drittel des Büdesheimer Gerichtssiegels ist das eigentliche Büdesheimer Wappenschild dargestellt.

Das Schild ist diagonal durch ein Wellenband schräg rechts geteilt und auf beiden Seiten je eine heraldische Lilie dargestellt. Das einstige Geschlecht der Herren von Büdesheim, Ministeriale und Ritter, teilten sich in mehrere Linien. Die "Bone" wurden in Bingen ansässig, die "Wintzing" oder "Wintzig" in Gau-Algesheim und die "Brageiß" (Braiß) blieben in Büdesheim. Hier waren auch noch alle begütert und alle führten in ihrem Wappen die Lilien. Das im Volksmund "Entenbach" genannte Büdesheimer Flüßchen hatte seine eigentliche Quelle zwischen Ockenheim und Dromersheimer Hörnchen. Dieser Bach hieß im Mittelalter die "Byrtze" und floß außerhalb der Ortsbefestigung in die Nahe. Es ist stark zu vermuten, daß dieses Wellenband die "Byrtze", und damit die verbundenen Rechte, wie Wasser-, Mühlen- und Fichereirecht darstellt. Die heraldischen Lilien verdeutlichen so den Besitz der einstigen Herren von Büdesheim beiderseits des Baches.


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